Seit August 2025 erarbeitet die Stadt Brandis gemeinsam mit der Tilia GmbH und der seecon Ingenieure GmbH aus Leipzig die Kommunalen Wärmeplanung. Ziel ist es, eine zukunftssichere und nachhaltige Wärmeversorgung für die Stadt zu gestalten. Sie soll Orientierungshilfe für zukünftige Wärmeplanung sein.
Die Kommunale Wärmeplanung dient als strategischer Fahrplan und Orientierung für Stadtverwaltung, Haushalte, Eigentümerinnen, Wohnungswirtschaft und Unternehmen. Sie unterstützt bei der Planung und Investition in eine klimafreundliche Wärmeversorgung und zeigt verschiedene Versorgungsoptionen auf. Die Ergebnisse sind nicht verpflichtend: Weder die Stadt noch die Bürgerinnen müssen eine bestimmte Art der Wärmeversorgung nutzen.
Am 16. Dezember 2025 wurden die Kernergebnisse aus der Bestands- und Potenzialanalyse im Brandiser Stadtrat von Tilia und seecon vorgestellt.
In Brandis gibt es rund 4.530 beheizte Gebäude, überwiegend Einfamilien- und Reihenhäuser. Etwa ein Drittel der Wohngebäude stammt aus der Zeit vor 1948, ein weiteres Drittel wurde seit 1990 errichtet. Der Gesamtwärmebedarf in Brandis beträgt ca. 96 GWh pro Jahr, davon ca. 88 GWh pro Jahr für Raumwärme und Trinkwarmwasser (entspricht ca. 9.000 kWh pro Einwohner und Jahr). Die aktuelle Wärmeversorgung basiert größtenteils auf Erdgas, gefolgt von Heizöl. Der Anteil erneuerbarer Energieträger liegt bei 12 Prozent (Bundesdurchschnitt: ca. 18 Prozent). Die Potenzialanalyse zeigt ein hohes Potenzial für lokale erneuerbare Energien zur Wärmeerzeugung, sowohl für dezentrale Lösungen (gebäudeindividuell) als auch für zentrale Wärmeerzeugung sowie eine theoretisch mögliche Wärmebedarfsreduktion durch energetische Sanierung von rund 19 Prozent. Aufgrund der größtenteils eher geringen Siedlungsdichte kommen in Brandis und den Ortsteilen nur wenige Bereiche theoretisch für ein Wärmenetz infrage. Die Grundstücksgrößen lassen größtenteils Wärmepumpen zu. Als eher ländliche Kommune verfügt Brandis zudem über Freiflächenpotenziale, die u.a. für Solarthermie oder Agroforst genutzt werden könnten.
Wie geht es weiter?
Die Ergebnisse der Bestands- und Potenzialanalyse bilden die Grundlage für die nächsten Schritte der Kommunalen Wärmeplanung: Zielformulierung, Maßnahmenentwicklung und Umsetzungsstrategie. Dabei wird ein Entwicklungspfad mit konkreten Maßnahmen sowohl für die Einzelheizung als auch für zukünftig möglicherweise zentral versorgte Gebiete aufgezeigt. Detaillierte Betrachtungen erfolgen außerhalb der Wärmeplanung, beispielsweise mit Unterstützung durch die Verbraucherzentrale Energieberatung oder gelistete EnergieEffizienzExperten für Förderprogramme des Bundes. Bis zum Ende des Bewilligungszeitraums am 31. März 2026 ist noch eine Informationsveranstaltung für die Öffentlichkeit geplant, bei der Sie sich weiter informieren können.


